Gegner der Ganzjahresfütterung – allen voran der NABU – behaupten ja gerne, dass Vogeleltern den Kleinen zu große Brocken verfüttern würden, so dass Jungvögel daran sogar ersticken könnten. Gern wird auch die Mär verbreitet, daß Vögel durch das Vorhandensein einer zuverlässigen Ganzjahresfutterstelle faul würden und gar kein anderes Futter mehr suchen würden.

Dazu zwei Beobachtungen von gestern:

  • Ein Kohlmeisenpapa hat neben meiner Futterstelle einem von mehreren gerade flügge gewordenen Kohlmeisenkindern ein Erdnußstückchen angeboten. Das Kleine hat den Brocken angenommen, doch dann sofort zurückgegeben, weil er zu groß war. Papa hat das Nußstückchen nochmal etwas kleiner geknabbert, dann hat das Kleine es angenommen.
  • Nach etwa 5 Minuten war der Kohlmeisentrupp weggeflogen und ist erst am Abend nochmal für 5 Minuten zu meiner Futterstelle gekommen. Offensichtlich wurde den Kleinen also in der Umgebung gezeigt, was noch so alles als Futter in Frage kommt.

Man sollte Vögel nicht so vermenschlichen. Im Gegensatz zu uns wissen sie sehr wohl, was gut für sie ist, ernähren sich so abwechslungsreich, wie es unsere verarmte Umwelt noch zulässt, und schlingen auch nicht gedankenlos alles in sich rein, was sie kriegen können.

Übrigens: der etwas kleinere Vogel links im Bild ist der Kohlmeisen-Papa.

Ekkehard Mantel

 

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